Parasiten und parasitäre Erkrankungen

Babesiose ("Hunde Malaria“)

Die Babesiose bzw. "Hunde Malaria" ist die gefürchtetste Erkrankung beim Hund in Frankreich. Nach Angaben lokaler Tierärzte kommt es allein in Frankreich zu 400.000 Neuinfektionen mit Babesien pro Jahr. Seit kaum mehr als zehn Jahren kommt Babesiose auch beim Hund in Deutschland vor. Im März 2004 wurden die ersten Fälle aus den Niederlanden bekannt.

Der Erreger:
Auch die Babesien sind Protozoen (Einzeller). Ähnlich wie der Erreger der menschlichen Malaria vermehren sich die Babesien in den roten Blutkörperchen und zerstören sie. In Europa gibt es derzeit zwei bekannte BabesioseErreger beim Hund: Babesia canis und Babesia vogeli.

Die Überträger der Babesiose: Die Zeckenarten Dermacentor reticulatus (Kuh , Au oder Auwaldzecke) und Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke) übertragen beim Blutsaugen Babesien auf den Hund.

Steckbrief:
Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) gehört zu den Buntzecken und fällt durch eine marmorierte Zeichnung auf dem Rückenschild aus. Sehr häufig kommt diese Zeckenart in Frankreich, Nordspanien, Norditalien und Kroatien vor. In den letzten Jahren taucht diese Zeckenart jedoch auch massenhaft in Deutschland auf. Besonders im März April sowie im September Oktober wird diese häufig angetroffen.>/P>

Die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) ist ab Zentralfrankreich südwärts in allen europäischen Mittelmeerländern einschließlich Portugal zu finden. je weiter man in den Süden fährt, desto häufiger ist die braune Hundezecke anzutreffen, dann meist sogar ganzjährig. In Deutschland fühlt sich diese Zeckenart als "Urlaubsmitbringsel" in beheizten Räumen sehr wohl. Die braune Hundezecke hat eine besonders unangenehme Eigenart: Diese Zeckenart läuft mit einer Geschwindigkeit von 1 Meter pro Minute auf ihr Opfer zu.

Die Verbreitung der Babesiose in Europa:
Die Babesiose kommt in allen europäisch mediterranen Ländern vor sowie in Bulgarien, Rumänien, Ungarn, der Schweiz und Portugal. Auch in Deutschland (Raum Freiburg, Stuttgart, München, Regensburg, Saarbrücken, Saarlouis, Siegen, Münster) und in den Niederlanden (Den Haag, Arnhem) können sich Hunde durch einen Zeckenstich mit Babesien infizieren. In Deutschland gibt es aber sicher weitere bislang unbekannte Infektionsherde.

Die Symptome einer Babesiose:
Etwa eine bis drei Wochen nach einem infektiösen Zeckenstich setzt hohes Fieber ein. Dunkler Urin kann auffallen. Besonders in dieser akuten Phase führt die Babesiose häufig zum Tod des Tieres. Sind die ersten starken Fieberschübe überstanden 'folgen Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und häufig Gelbsucht.

Es können auch entzündliche Veränderungen der Augen sowie Netzhautablösungen auftreten. Im weiteren Verlauf kann das Zentralnervensystem geschädigt werden. Dann können Bewegungsstörungen und epileptische Anfälle auftreten.

Besteht eine Gefahr für Menschen?
Von den bekannten europäischen Babesiose Erregern beim Hund geht keine Gefahr für den Menschen aus.

Prophylaxe:
Eine Impfung steht in mediterranen Ländern zur Verfügung, ist in Deutschland aber schwer erhältlich, gleiches gilt für eine Chemoprophylaxe. Ein Zeckenschutz sollte eine abweisende und tötende Wirkung gegen die Auwaldzecke und die braune Hundezecke besitzen.

Zurück

Folge uns auf facebook
Betrachte Panoramaaufnahmen unserer Praxis Betrachte Panoramaaufnahmen unserer Praxis