Druseimpfung

Ganz aktuell ist der erste Impfstoff gegen Druse in Europa zugelassen.

Druse ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten des Atmungsapparates des Pferdes.
Hervorgerufen wird die Druse durch den Erreger Streptococcus equi.

Hauptsymptome der Druse sind hohes Fieber, eitriger Nasenausfluß, Husten und ein Anschwellen der Lymphknoten im Kehlbereich (Lymphonodi mandibulares bzw. retropharyngeales) In manchen Fällen kann die Schwellung so stark sein, dass die Pferde Probleme beim Fressen oder Atmen bekommen.
Statistisch verläuft die Erkrankung bei 1 % der betroffenen Pferde tödlich.

Typisch für die Druse ( aber deshalb trotzdem nicht immer vorhanden ) ist die Abszedierung der geschwollenen Lymphknoten, das heißt sie platzen auf ( oder werden vom Tierarzt geöffnet), und Eiter fließt ab. Auch hier muß man jedoch sagen, dass nicht jede abszedierende Entzündung der Lymphknoten auch bedeutet, dass das Pferd Druse hat, die Diagnose ist endgültig erst durch Nachweis des Erregers in Nasensekret oder Lymphknoten zu stellen.

Die Therapie richtet sich nach dem Zustand des einzelnen Pferdes, Antibiotika wirken zwar, sollten aber mit Bedacht eingesetzt werden, da es zum Abkapseln der Abszessse statt zum Reifen und Aufplatzen kommen kann. Die Reifung der Abszesse wird mit durchblutungsfördernden Salben oder Rotlicht angeregt, die Abszesse anschließend eröffnet, damit der Eiter abfließen kann.
Bis zu 10 % der betroffenen Pferde können auch Abszesse an anderen Orten entwickeln, wie z.B. den Darmlymphknoten.

Betroffen sind vor allem junge Pferde (Fohlen, Jährlinge) aber auch ältere Pferde in großen Beständen mit häufigem Pferdewechsel oder Turnierpferde gehören zu den Risikogruppen.

Ist Druse einmal in einem Bestand, kann es Monate dauern, bis der Erreger eliminiert ist und keine neuen Krankheitsfälle mehr auftreten. In dieser Zeit sollte kein Pferd den Bestand verlassen, auch nicht zum Turnier, und keine neuen Pferde sollten in den Bestand gebracht werden. Der hierdurch entstehende Schaden kann gerade in Turnier- oder Verkaufsställen immens werden.
Etwa 10 % der genesenen Pferde bleiben dauerhaft Träger des Erregers, so dass es auch später immer wieder zu Ausbrüchen kommen kann.

Die Firma Intervet hat mit ihrem Impfstoff Equilis StrepE nun ein wirksames Mittel auf den Markt gebracht, um die Pferde vor Druse zu schützen.

Es handelt sich hierbei um einen Lebendimpfstoff, der auch noch nach Ausbruch der Druse in einem Bestand bei den noch nicht erkrankten Pferden eingesetzt werden kann.

Es ist immer sinnvoll, den gesamten Bestand zu impfen, der Impfstoff kann Fohlen ab einem Alter von 4 Monaten verabreicht werden.Die Impfung sollte nicht zusammen mit anderen Impfungen erfolgen.
Geimpft wird in die Innenseite der Oberlippe. An der Impfstelle kann es zu Pustelbildung und zum Anschwellen der Oberlippe kommen. Diese Reaktionen verschwinden in der Regel nach einigen Tagen, ohne sich auf das Allgemeinbefinden des Pferdes auszuwirken.

Impfschema

Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von 4 Wochen, danach finden Wiederholungsimpfungen alle 3 (stark gefährdete Pferde ) bzw. alle 6 Monate statt.
Bei einem Ausbruch kann eine zusätzliche Impfung nötig sein.

 

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