Ausbruch der Infektiösen Anämie bei einem Pferd im Kreis Siegen-Wittgenstein

14.09.2010

Equine infektiöse Anämie in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Pferdehaltung und Reitbetrieb

Im Kreis Siegen-Wittgenstein ist in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Pensionspferdehaltung und Reitsportbetrieb der Ausbruch der infektiösen Anämie der Equiden (IAE) bei einem Pferd amtlich festgestellt worden. Der Ausbruch der IAE gilt als festgestellt, wenn der dem ELISA folgende Coggins-Test positiv ausfällt.

Bei dem betreffenden Tier handelte es sich um einen 8- jährigen Wallach ohne Papiere in einem Bestand mit 13 Pferden. Das Tier wurde zwischenzeitlich eingeschläfert, die anderen 12 Pferde des Bestands sind negativ getestet worden. Der Betrieb wurde gesperrt und ein Sperrgebiet mit einem Radius von 1 km um den Betrieb errichtet. Im Sperrgebiet liegen keine weiteren Pferdehaltungen. Bisher wurden 27 Kontakttiere durch die gemeinsame Reithallennutzung ermittelt und beprobt.

Es handelt sich bereits um den 5. Ausbruch innerhalb kurzer Zeit, nachdem bereits vier Ausbrüche in Hessen amtlich festgestellt werden konnten. Auch der in Nordrhein-Westfalen festgestellte Ausbruch hängt mit dem illegalen Verbringen von Equiden aus einem Endemiegebiet in Rumänien zusammen. Epidemiologische Untersuchungen haben ergeben, dass eine erhebliche Zahl an Pferden illegal aus diesem Endemiegebiet nach Deutschland verbracht worden sind.

Die Identifizierung dieser Equiden ist teilweise schwierig. So konnte festgestellt werden, dass die Transpondernummern nicht mit den Angaben in den Equidenpässen übereinstimmen, die Identität der Tiere in den Pässen nachträglich geändert wurde, teilweise mehrere Transponder gesetzt waren oder reguläre deutsche Equidenpässe mit dem Status Schlachtpferd (und nicht Ersatzpässe) vorlagen.

Sollten Ihnen Verbringungen von Pferden aus Rumänien zur Kenntnis gelangen bzw. Equidenpässe vorgelegt werden, die auf ein Verbringen aus Rumänien hindeuten, bitte ich um Mitteilung an das zuständige Veterinäramt. Die IAE ist eine anzeigepflichtige Tierseuche; bei Seuchenverdacht muss das Veterinäramt informiert werden. Betroffene Tiere müssen eingeschläfert werden, da eine Therapie oder Impfung nicht möglich ist.

Die europaweite Bedeutung, die inzwischen der endemischen Gesamtlage bei der IAE in Rumänien zugemessen wird, ergibt sich aus dem Beschluss der Kommission 2010/346/EG, veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 95 vom 30.06.2010, Seite 2242. Ich bitte Sie, die Tierärzteschaft intensiv über die Gefahren einer Übertragung des Virus bei der Pflege und Betreuung kranker Tiere aufzuklären.

Im Auftrag
gez. Hies

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